PHILIP LETHEN
- Photographie -Der seismographische Blick
Für den "Focus" photographierte er den James Bond-Bösewicht Claude Oliver Rudolph, im "Wire" zierten seine Fotos die Titelgeschichte über K.H. Stockhausen und für "Die Woche" standen ihm "Modern Talking" Modell. Seine Arbeiten erscheinen im WOM Journal, bei Spiegel Extra, in KULT und vielen anderen Kulturmagazinen.
Philip Lethen ist gleichermaBen Musiker und Fotograf. Und so wundert es nicht, daß gelegentlich The Cardigans, Monster Magnet und DEUS für den"Rolling Stone", Spex" oder "ME/Sounds" vor der Kamera des jungen Krefelders stehen. Seine Photos zeigen glitzernde Popikonen, konserviert und entmystifiziert,
sowie freie Arbeiten.Lethen beweist ein sicheres Gespür für elektrifizierende Motive und widerlegt eindrucksvoll, daß Ästhetik und dokumentarische Schärfe unvereinbare Gegensätze darstellen müssen. So hat er sich im Laufe der Jahre eine Arbeitsweise angeeignet, die es ermöglicht, Stars aus ihrem gewohnten Umfeld herauszureißen, um sie ohne Manieriertheit porträtieren zu können. Wichtig ist ihm die Umgebung: Hotels, Clubs und Cafes, Stationen also, die Künstler bei ihren Promotouren regelmäßig durchlaufen. Räumliches Interieur und zu porträtierende Gestalt verschmelzen in seinen Photographien auf eindrucksvolle Weise. Zwischen Spontaneität und ausgefeilter Inszenierung im Studio, zwischen akribischer Handwerklichkeit und dem Zufall spannt sich die große Bandbreite seines fotografischen Schaffens.
Philip Lethen ist nämlich ein Vertreter jener multimedial geprägten jüngsten Künstlergeneration: Er spielt seit seinem zwölften Lebensjahr in einer Musikgruppe - heute ist der Kontrabass sein Instrument in der Gruppe "Jansen"- und er kennt sich aus in der Szene der internationalen Pop-Musik. Photographie studierte er an der Folkwang-Schule.Text: Martin Kreymann