Zwischenzeit

Fotografische Beobachtungen auf französischen Friedhöfen
28.Oktober - 22. November 2002 - Ausstellung in den Räumen der VHS Detmold
   
Nur mit minimalem Equipement - hauptsächlich der mechanischen Hasselblad, einem Objectiv und einem Schwarz/Weiss Film - ausgerüstet, besuchte Dirk Schelpmeier in den letzten Jahren immer wieder die Friedhöfe des französischen Departements Creuse, einem der ärmsten und von der Landflucht am stärsten betroffenen Landstriche Frankreichs. Dort scheinen sich viele Gräber weitgehend selbst überlassen. Umgefallene Grabsteine,
zerborstene Fensterscheiben der teilweise überdachten Gruften, von Moos und Pflanzen überzogener Granit und rostende Umfriedungen verleihen den Friedhöfen eine der Zeit entrückt anmutende Stimmung.

Schelpmeier ging es aber nicht darum dieses systhematisch zu dokumentieren. Namen und Orte, Jahreszahlen oder Geleitworte tauchen in den Bildern kaum auf. Auch ein christlich-religiöser Ansatz ist trotz aller christlicher Symbole und Artefakte die in den Bildern auftauchen nicht auszumachen.
Vergänglichkeit ist das Leitmotiv dieser Foto-grafien, und hier, wo man der Vergänglichkeit
ihr Wirken lässt, bringt sie ihre eigene, tiefe Schönheit hervor.
Das Leben ist vorrüber, und der letzte Versuch dauerhafte Spuren in der materiellen Welt zu hinterlassen, wird ebenfalls mit der Zeit hinfällig. Dabei durchlaufen die Gräber viele Stadien der Veränderung. Von einer anfänglich zarten Patina über diverse Stufen der Ver-witterung bis manche schliesslich kaum noch erkennbar sind und lediglich die zusammen-gelegten Reste eines Holzkreuzes oder einer zerbrochenen Jesusfigur auf sie hin deuten.

So wirken die Friedhöfe wie inselhafte Orte zwischen der weltlichen Endlichkeit und der unendlichen Endlichkeit.
   

Montags - Donnerstags
von 10.00 bis 13.00 Uhr
und 15.00 bis 18.00 Uhr
Freitags von 10.00 bis 12.00 Uhr
oder nach vorheriger Terminvereinbarung

 

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Contact: Dirk Schelpmeier